Freitag, 17. Juli 2009 12:56

Als Steuer- und Geldparadies ist die Schweiz bereits bekannt, bei Geldanlegern beliebt und bei deutschen Steuerfahndern geachtet. Nun kann der kleine unabhängige Alpenstaat einen weiteren Titel für sich gewinnen: Schnüffelstaat. Damit folgt er einer Tendenz, die auch in anderen europäischen Staaten zunehmend erkennbar wird.
Bald schauen die Behörden zu, wenn verdächtige Personen im Internet surfen. Die Massnahme hätte eigentlich geheim bleiben sollen.
Der Schweizer Wochenzeitung WOZ liegen vertrauliche Dokumente vor, in denen von einer “Echtzeit-Überwachung der kompletten Kommunikation des Breitband-Internetanschlusses” von verdächtigen Personen die Rede ist. In der Praxis heißt dies, dass der gesamte Onlineverkehr von verdächtigen Personen überwacht, protokolliert und verwertet wird. Ganz egal, ob es persönliche E-Mails, Onlinebanking, Chats, Bestellungen bei Online-Händlern, das Lesen und Schreiben in Web-Blogs und Foren, das Lesen und Recherchieren von Nachrichten, usw. Einfach alles kann analysiert und gespeichert werden.
Jetzt mag vielleicht der ein oder andere denken: Was geht mich an, was die Schweiz macht. Aber das ist zu kurz gedacht. Wenn es um beispielsweise um E-Mails und Chats geht, ist mindestens ein weiterer Kommunikationspartner betroffen und dessen Nachrichten werden genauso überwacht, gespeichert und verwertet. Es kann also jeden treffen, ganz gleich, ob er Schweizer ist oder nicht.
Im Folgenden die vertraulichen Dokumente, auf die sich die WOZ bezieht:
Was man gegen die zunehmende Überwachung und Präventiv-Überwachung tun kann- z.B. seine Nachrichten verschlüsseln – werde ich in einem meiner nächsten Einträge darstellen.
