Politik und Medien – Das ZDF vs. Roland Koch
Freitag, 27. November 2009 19:36
Im ZDF-Staatsvertrag (offline) heißt es im zweiten Abschnitt, Artikel 5
(1) In den Sendungen des ZDF soll den Fernsehteilnehmern in Deutschland ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Sendungen sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern
und weiterhin in Artikel 6
(1) Die Berichterstattung soll umfassend, wahrheitsgetreu und sachlich sein.
Nun ist gerade das Gegenteil davon der Fall und die Politik mischt sich in rundfunkstaatliche Geschäfte ein. Der aktuelle Intendant des ZDF, Nikolaus Brender, ist dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ein Dorn im Auge. Hintergrund sind kritische Stimmen des ZDF hinsichtlich der hessischen Regierung und deren Politik. Vorgeschoben werden jedoch andere Gründe.
Diese politische Einflussnahme am öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland stößt bei vielen Rundfunkmachern auf Widerstand:
Mit ihrer Kritik an Kochs Bestreben, seinen politischen Einfluss auf die künftige Arbeit des ZDF auszuweiten, liegen sie richtig. Wie das Bild eines Rundfunks unter politischer Einflussnahme aussieht und welche Folgen das hat, sehen wir an Italien.
Was mich persönlich dabei irritiert, sind die Ämter und die politischen Ausrichtungen der Mitgleider des ZDF-Verwaltungsrats. Neben dem bereits angesprochenen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch sind auch Kurt Beck und Edmund Stoiber im besagten Rat anzutreffen. Was soll das? Wie soll ein Verwaltungsrat politisch unabhängig und objektiv agieren können, wenn deren Mitglieder unter politischen, ja sogar strakem politischen Einfluss von Parteien stehen?
Thema: Film & TV, Nachrichten, Politik | Kommentare (0) | Autor: Streicheljoghurt
