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Bezahlte Meinung

Freitag, 29. Mai 2009 15:38

Wie kann man ein Produkt oder eine Dienstleistung am besten bewerben? Natürlich im Internet. Dort sogar weitestgehend zielgruppenspezifisch. Dass Unternehmen dabei vermehrt zu unlauteren und moralisch verwerflichen Methoden greifen, kam zuletzt bei der Bahn ans Tageslicht.

Die Deutsche Bahn hat verdeckte Werbemaßnahmen zur Imageverbesserung zugegeben. Im Jahr 2007 seien für vorproduzierte Medienbeiträge, für Blog- und Forenbeiträge, für Leserbriefe und Meinungsumfragen 1,3 Millionen Euro ausgegeben worden, erklärte Konzernchef Rüdiger Grube in Berlin. Dabei sei der Auftraggeber nicht erkennbar gewesen.

Der neue Bahnchef Gruber – erst seit wenigen Wochen im Amt – verurteilt dieses Handeln und werde die “notwendigen Konsequenzen” ziehen.

Aufgedeckt wurden die verdeckten PR-Maßnahmen der Bahn von dem Verein LobbyControl, der sich kritisch mit lobbyistischen Aktionen großer Unternehmen auseinandersetzt. Hauptsächlich geht es bei den Maßnahmen der Bahn um eine positive Darstellung der Privatisierungspläne des Konzerns. Auch Bundesverkehrsminister Tiefensee soll in die Maßnahmen der Bahn involviert gewesen sein.

Inzwischen hat LobbyControl weitere Einzelheiten zu dem Fall bekannt gegeben und Spiegel Online, Süddeutsche, Welt Online, Manager- Magazin, Handelsblatt, Der Tagesspiegel, Frankfurter- Rundschau, taz, ARD, ZDF und Bild.de berichteten darüber.

Das Thema der verdeckten Werbung im Internet ist nichts neues. Seit es Blogs, Foren und Bewertungsseiten wie ciao.de gibt, werden dort gezielt Meinungen publiziert, die nicht unbedingt von echten Privatpersonen stammen oder der Wahrheit entsprechen. Wieviel Prozent aller im Netz veröffentlichten Bewertungen, Meinungen und Empfehlungen tatsächlich “gekauft” sind, ist nicht ersichtlich. Kein Unternehmen wird zugeben, bezahlte Meinungen publiziert zu haben, um gezielt zu manipulieren. Auch das Schlechtreden der Konkurrenzprodukte ist dabei alltäglich, wie schon in 2005 in der Computerbild beschrieben wurde. (Hier hat die Computerbild ausnahmsweise mal keinen Mist geschrieben).

Das Problem ist ganz einfach, dass man eine Aussage nicht einfach verifizieren kann. Wenn eine PR-Aktion geplant ist und wirklich gut durchgeführt wird, kann man sie nicht aufdecken. Zumal dort keine Anfänger am Werk sind.

Um nicht als Profi-Werber entlarvt zu werden, verschleierten die Mitarbeiter die IP-Adresse ihrer PCs, bauten in ihre Texte absichtlich Rechtschreibfehler ein und bedienten sich der in Foren typischen Sprache.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich als Verbraucher immer im Klaren darüber sein, dass jede Meinung und jede Aussage gekauft oder manipuliert worden sein könnte. Anstatt ciao.de und ähnliche Seiten zu nutzen, also  lieber mal auf  renommierte (Fach- ) Zeitschriften zurückgreifen. Diese können zwar auch gekaufte Artikel enthalten, aber dort ist es eher selten der Fall. Zumindest ist da noch nichts Großes an die Öffentlichkeit gelangt…

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Thema: Netzwelt, Werbung, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor: