Beiträge vom Mai, 2009

Welch ein Wunder: Es geht ja doch!

Mittwoch, 27. Mai 2009 10:47

Da werden sich die Befürworter der Internetzensur bzw. des “Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen” aber ärgern. Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren (AK Zensur) hat es nämlich mal ausprobiert und eindeutig bewiesen: Das Löschen (lassen) von kinderpornografischen Inhalten auf ausländischen und deutschen Server geht sehr wohl und vor allem sehr schnell.

Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte gelöscht.

Ein kleiner Verein von Menschen, die sich unentgeltlich für die Freiheitsrechte aller deutschen Bundesbürger einsetzen, bringt innerhalb eines Tages etwas zustande, was ein hochbezahlter und personalstarker Regierungs- und Beraterapparat innerhalb von vielen Wochen nicht zu schaffen vermochte.

Da frage ich mich: Was wurde dort im Bundestag und in unzähligen Treffen und Sitzungen überhaupt gemacht? Kaffee getrunken, lecker Kuchen gegessen und den Lobbyisten die Füße massiert? Verschwörungstheorien hin oder her aber es wird immer offensichtlicher, dass dieser scheinbar kurzfristig im Hau-Ruck-Verfahren auf die Beine gestellte Gesetzesentwurf ein Vorwand war, eine Zensurinfrastruktur in Deutschland zu schaffen und auf Gutheißen der Mehrheit der Menschen etablieren zu können. Die Massenmedien haben anfangs den Rest getan und alle Gegner des Gesetzesentwurfs ins Abseits gedrängt. Ursula von der Leyen und viele ihrer Kollegen haben bei dieser Verurteilung fleißig mitgemacht und schnell hieß es: Wer gegen die Sperren sei, sei für Kinderpornografie. Und die technisch versierten Internetnutzer sind ja sowieso die ganz schlimmen Pädokriminellen, wie Ursula von der Leyen in einem Radiointerview am 24. April 2009 lautstark verkündete:

“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen: Wen kenne ich, wer Sperren im Internet aktiv umgehen kann? Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internet-Nutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.”

Aber nun wissen wir dank des AK Zensur, es geht doch so einfach. Jetzt kann die Bundesregierung nicht mehr leugnen und abstreiten, dass es wirklich so einfach geht. Haben sie es überhaupt versucht? Wahrscheinlich nicht, da ja offensichtlich andere Gründe und Interessen hinter dem Gesetzesentwurf stehen, als der Schutz der Kinder. Die waren schließlich die leidtragenden dieser Diskussion und mussten als Vorwand herhalten. Das dann auch noch Organisationen wie der Kinderschutzbund mitmischen und sich wider besseren Wissens für die Zensur aussprechen, bereitet Kopfschmerzen. Dubiose Vereine wie die “Deutsche Kinderhilfe” darf man nicht als Maßstab sehen darf, das ist ebenfalls klar.

Liebe Regierung: Bitte setzt euch doch einmal mit dem AK Zensur in Verbindung. Die scheinen wesentlich besser und schneller Probleme lösen zu können als ihr es könnt. Aber was gebe ich euch überhaupt einen Rat. Es war ja anscheinend niemals euer Ziel, Kinder zu schützen. Gebt es doch endlich zu und versteckt euch nicht hinter fadenscheinigen Aussagen, vorgeschobenen PR-Aktionen und sogenannten “Medienexperten” aus den eigenen Reihen. Langsam wird es eng für euch. Und warum Ursula von der Leyen Online-Glücksspiele nicht verbieten will (wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist), wissen wir ja jetzt auch.

PS: Am 27. September 2009 sind Bundestagswahlen. Da wollen wir doch mal sehen, wer hier am längeren Hebel sitzt!

Thema: Netzwelt, Politik | Kommentare (0) | Autor:

Rückschritt beim ZDF

Dienstag, 26. Mai 2009 16:43

Eigentlich mag ich das ZDF und besonders die ZDF Mediathek. Dort kann man wunderbar recherchieren, im Archiv stöbern und alte Sendungen anschauen. Besonders ältere Dokumentationen können sehr interessant sein, wenn es aktuelle Entwicklungen eines Themas gibt.

Doch langsam wird die ZDF Mediathek immer schlechter. Mir ist aufgefallen, dass zunehmend weniger Beiträge einzeln abrufbar sind. Stattdessen werden Sendungen im Ganzen in die Mediathek gestellt. Das finde ich persönlich suboptimal.

Dann wurde ein eigener Mediaplayer auf Flash-Basis integriert und alle anderen Möglichkeiten der Wiedergabe deaktiviert. Man kann jetzt also nicht mehr das WMP- oder VLC-Player-Plugin im Firefox mit all seinen Vorteilen nutzen, sondern muss den Flashplayer benutzen.

Und zuletzt: Einige Sendungen und einzelne Beiträge sind ganz aus der Mediathek verschwunden. Und zwar vornehmlich ältere Beiträge. Die ZDF Mediathek als umfassendes Archiv ist somit gestorben.

Und heute musste ich bei Heise lesen, dass das ZDF weitere Sachen aus seinem Online-Angebot streichen und die Mediathek ebenfalls um ca. 4000 Beiträge verkleinert werden soll. Wahrscheinlich sind das auch noch die interessanteren, tendenziell eher kritischen Beiträge und übrig bleiben Volksmusik, Möchtegern-Talksendungen, Sportsendungen und Kinderfilme.Auch Eigenproduktionen werden wegfallen:

Aus dem Netz genommen werden sollen darüber hinaus Eigenproduktionen, die älter als ein Jahr sind. Laut neuem Rundfunkstaatsvertrag dürfen Abruf-Inhalte in aller Regel nicht länger als sieben Tage im Internet angeboten werden.

Was soll der Blödsinn mit den Abruf-Inhalten? Wieder so eine sinnlose Vorschrift, entsprungen der EU-Feder. Wäre ja fast so, als würde man in der Wikipedia einfach alte Artikel löschen und nur noch aktuelle Artikel zulassen. Das ist für mich ein großer Rückschritt des ZDF. Obwohl einige Produktionen des ZDF wirklich gut sind, muss man wohl auf die Angebote der anderen ÖRR ausweichen, wenn man sich zu bestimmten Themen informieren und Dokumentationen oder Reportagen anschauen will. Festplattenspeicher ist günstig und vorhanden, die Netzanbindung der (potentiellen) Fernsehzuschauer wird immer besser, die GEZ-Gebühren steigen, und was ist? Die technischen Möglichkeiten werden einfach ignoriert und das Geld mit sinnlosen Sendungen und Formaten verschwendet. Das geht mal gar nicht!

Thema: Film & TV, Netzwelt | Kommentare (0) | Autor:

Die geliebte Bundesregierung

Montag, 25. Mai 2009 10:43

Die Bundesregierung ist jetzt endlich richtig im Netz vertreten, wie es sich für eine grundehrliche und “Dem Deutschen Volke” verpflichtete Regierung ziemt. Auf der neuen Seite der geliebten Bundesregierung erfährt der Bürger, wie es wirklich um in bestellt ist und was die Regierung Gutes für ihn tut. Sachliche Informationen über das Grundgesetz sind genauso zu finden, wie Dossiers über Konjunkturpakete und den Bürokratieabbau.

Reinschauen lohnt sich also.

Die geliebte Bundesregierung


PS:

Nehmen Sie die Wahrheit der geliebten Bundesregierung einfach als das hin, was sie ist: Die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit!

Thema: Netzwelt, Politik, Spaß | Kommentare (0) | Autor:

Ich bin der Präsident

Samstag, 23. Mai 2009 20:52

Tja, nun wurde in Deutschland erneut Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt. Da gab’s doch mal etwas…. Ach richtig, Rainald Grebe hatte schon vor einiger Zeit über ihn gesungen:

So einen Hüftschwung vermisse ich bei Horst Köhler. ;-)

Thema: Musik, Spaß | Kommentare (0) | Autor: